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Ratgeber · Für Unternehmen

Cloud ist nicht automatisch günstiger. Nur anders bezahlt

Die Frage kommt meist, wenn der alte Server ersetzt werden müsste. Und sie wird meist falsch gestellt — nämlich als Grundsatzfrage statt als Rechnung.

Ein eigener Server ist eine große Ausgabe alle fünf bis sieben Jahre. Cloud ist ein kleiner Betrag jeden Monat. Das fühlt sich völlig unterschiedlich an, muss aber über die gleiche Laufzeit verglichen werden, sonst vergleicht man Äpfel mit Birnen.

Wer das ehrlich durchrechnet, landet erstaunlich oft in der Mitte: Ein Teil wandert, ein Teil bleibt. Genau deshalb misstraue ich Beratern, die ohne Blick auf den Betrieb schon wissen, was herauskommt.

Leistungen

Was in die Rechnung gehört — und meist vergessen wird

  • Anschaffung des Servers, verteilt auf fünf bis sieben Jahre
  • Betriebssystem- und Zugriffslizenzen, die separat anfallen
  • Strom für ein Gerät, das rund um die Uhr läuft
  • Sicherung: Hardware, Medien und der Ort außer Haus
  • Wartung und Überwachung, ob intern geleistet oder eingekauft
  • Ausfallzeit: Was kostet ein Tag Stillstand tatsächlich?
  • Bei Cloud: Internetanbindung, die dann geschäftskritisch wird
  • Bei Cloud: Sicherung der Cloud-Daten, die nicht automatisch dabei ist

Wofür die Cloud klar besser ist

Postfächer. Da gibt es aus meiner Sicht kaum noch ein Argument für einen eigenen Exchange-Server im Haus — der Betreuungsaufwand und das Sicherheitsrisiko stehen in keinem Verhältnis.

Ebenso klar: Dateiablage für mehrere Standorte oder viel Homeoffice. Und alles, wo die Anzahl der Nutzer stark schwankt — Sie zahlen für das, was Sie gerade brauchen, statt Hardware für die Spitzenlast zu kaufen.

Und ein Punkt, der selten genannt wird: Es gibt kein Ablaufdatum. Kein Gerät, das in sechs Jahren ersetzt werden muss, keine Frist, die jemand übersieht.

Wofür der eigene Server besser bleibt

Große Datenmengen, mit denen täglich gearbeitet wird. Wer mit Konstruktionsdaten, Video oder umfangreichen Bildarchiven arbeitet, merkt den Unterschied zwischen lokalem Netzwerk und Internetleitung sofort.

Fachanwendungen mit eigener Datenbank, die der Hersteller für den Cloud-Betrieb nicht freigibt. Das ist häufiger, als man denkt, und der Hersteller entscheidet, nicht Sie.

Und alles, was an Maschinen oder Steuerungen hängt. Dort ist die Frage meist gar keine, weil es schlicht nicht geht.

Ebenfalls wichtig: eine schwache Internetanbindung. Im Hintertaunus ist das kein theoretischer Fall. Wenn die Leitung wackelt, wird aus der Cloud ein Ausfallrisiko statt einer Verbesserung.

Der Weg, den ich meistens empfehle

Postfächer und Zusammenarbeit in die Cloud, Daten und Fachanwendung erstmal lassen, wo sie sind. Das löst die dringendsten Probleme, ist in Etappen machbar und verbrennt keine Investition, die noch nicht abgeschrieben ist.

Wenn der Server dann ohnehin ersetzt werden müsste, ist er häufig eine Nummer kleiner — weil die Hälfte der Aufgaben schon woanders läuft.

Was ich nicht empfehle: alles auf einmal, mit Stichtag. Das ist die Variante, bei der etwas übersehen wird und der Betrieb steht.

Wenn sich der Umzug für Sie nicht rechnet, sage ich das auch. Ich verkaufe keine Cloud, ich rechne beide Wege durch — und lege Ihnen die Zahlen nebeneinander, bevor entschieden wird.

Häufige Fragen

Bevor Sie anrufen.

Sind Daten in der Cloud sicher?

Technisch meist sicherer als auf einem Server, um den sich niemand kümmert. Das Risiko verschiebt sich nur: weg von Hardware und Updates, hin zu Zugangsdaten. Deshalb ist Zwei-Faktor-Anmeltung dort keine Empfehlung, sondern Pflicht.

Was ist mit der DSGVO?

Bei Anbietern mit Rechenzentren in der EU und einem ordentlichen Vertrag zur Auftragsverarbeitung ist das handhabbar. Es gehört aber sauber dokumentiert. Das ist keine Rechtsberatung — nur der Hinweis, dass es zum Projekt gehört und nicht später nachgeholt werden sollte.

Wir haben schlechtes Internet. Fällt Cloud damit weg?

Nicht zwangsläufig, aber es ändert die Rechnung. Dann gehört eine zweite Leitung als Rückfallebene mit hinein — oder ein Teil bleibt bewusst lokal. Genau solche Fälle sind der Grund, warum ich mir das vor Ort ansehe.

Wie lange dauert so ein Umzug?

Postfächer für einen kleinen Betrieb: wenige Tage, parallel laufend, ohne Stichtag. Ein kompletter Serverumzug mit Fachanwendung: Wochen, in Etappen geplant. Verlässlich wird die Aussage erst nach der Bestandsaufnahme.

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Ein Anruf reicht meistens, um einzuschätzen, ob es ein Fünf-Minuten-Ding ist oder ein Projekt. Sagen Sie einfach, was los ist.

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