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Ratgeber · Für Zuhause
Ihr Rechner ist nicht zu alt. Er hat die falsche Festplatte
Der häufigste Anruf, den ich bekomme, ist nicht der kaputte Computer, sondern der langsame. Und in den meisten Fällen liegt es an einem einzigen Bauteil.
Ein Rechner, der zwei Minuten zum Starten braucht und beim Öffnen von Dateien hängt, fühlt sich an wie ein Fall für den Elektromarkt. In den meisten Fällen ist er das nicht. Er hat eine gewöhnliche Festplatte, und die ist bei allem, was ein Computer im Alltag tut, der Flaschenhals.
Der Unterschied zwischen Festplatte und SSD ist nicht „ein bisschen schneller“. Er liegt beim Zugriff auf einzelne Dateien etwa beim Hundertfachen. Genau das merkt man beim Starten, beim Öffnen von Programmen und beim Wechseln zwischen Fenstern.
Leistungen
Daran erkennen Sie es
- Das Starten dauert deutlich über eine Minute
- Beim Öffnen von Programmen ruckelt der Mauszeiger
- Der Rechner ist hörbar — leises Klicken oder Surren beim Arbeiten
- Nach dem Anmelden ist er noch minutenlang mit sich beschäftigt
- Beim Umschalten zwischen Fenstern hängt das Bild kurz
- Windows-Updates brauchen eine halbe Ewigkeit
In zwei Minuten selbst festgestellt
Drücken Sie Strg, Umschalt und Escape gleichzeitig — der Task-Manager geht auf. Klicken Sie auf „Leistung“ und dann links auf den Eintrag mit Ihrem Laufwerk. Oben rechts steht der Typ: SSD oder HDD.
Steht dort HDD, ist die Sache klar. Steht dort SSD und der Rechner ist trotzdem langsam, schauen Sie im selben Fenster auf den Arbeitsspeicher. Ist der dauerhaft über 80 Prozent ausgelastet, fehlt Speicher — das ist die zweithäufigste Ursache.
Wenn beides in Ordnung ist und er trotzdem kriecht, liegt es meist an Programmen, die beim Start mitlaufen, ohne dass sie jemand bestellt hat. Im Task-Manager unter „Autostart“ steht, was das ist.
Was ein Austausch bringt — und was er kostet
Der Umbau von Festplatte auf SSD ist die einzige Maßnahme, bei der Leute mich hinterher fragen, ob ich einen neuen Rechner eingebaut habe. Ein Gerät von 2018, das vorher zwei Minuten zum Starten brauchte, ist danach in fünfzehn Sekunden da.
Das Bauteil selbst kostet je nach Größe zwischen 40 und 90 Euro. Dazu kommt die Arbeit: Windows und alle Daten müssen umziehen, damit Sie hinterher genau das vorfinden, was Sie vorher hatten — dieselben Programme, dieselben Passwörter, derselbe Hintergrund. Das dauert je nach Datenmenge ein bis drei Stunden.
Unterm Strich liegt das deutlich unter einem neuen Rechner, und die alte Festplatte bleibt als Sicherheitskopie liegen.
Wann es sich nicht mehr lohnt
Bei Geräten, die älter als etwa 2016 sind, sage ich meistens ab. Nicht weil der Umbau nicht funktionieren würde, sondern weil der Prozessor Windows 11 nicht unterstützt — Sie hätten dann einen schnellen Rechner, der in absehbarer Zeit keine Sicherheitsupdates mehr bekommt.
Ebenfalls abraten würde ich, wenn das Gerät schon mit Wackelkontakten, defektem Scharnier oder sterbendem Akku auffällt. Dann steckt man Geld in ein Gehäuse, das ohnehin bald aufgibt.
Und wenn die Festplatte bereits klackert oder Dateien verschwinden: nicht aufrüsten, sondern sofort ausschalten und Daten sichern lassen. Jeder weitere Startversuch macht eine spätere Rettung schwerer.
Wichtig vor jedem Umbau: Sichern Sie Ihre Daten. Ein Umzug auf eine SSD geht fast immer gut — fast immer ist bei zwanzig Jahren Fotos zu wenig.
Häufige Fragen
Bevor Sie anrufen.
Bringt es etwas, den Rechner „aufzuräumen“?
Weniger, als die Werbung verspricht. Programme, die den Computer „reinigen“ oder „beschleunigen“, bringen im besten Fall ein paar Prozent und richten im schlechtesten Schaden an. Der Autostart lässt sich von Hand ausmisten, das kostet nichts. Alles andere ist Hardware.
Ist eine SSD nicht anfälliger als eine Festplatte?
Nein, eher umgekehrt. SSDs haben keine beweglichen Teile und überstehen Erschütterungen deutlich besser — bei einem Notebook ist das ein echter Vorteil. Die Lebensdauer reicht im normalen Gebrauch weit über die Nutzungszeit des Rechners hinaus.
Kann ich das selbst machen?
Das Bauteil einbauen ist bei vielen Geräten machbar. Der schwierige Teil ist der Umzug von Windows samt Daten, ohne dass Sie hinterher alles neu einrichten müssen. Wenn Sie sich das zutrauen: gern. Wenn nicht, ist es ein Termin von zwei Stunden.
Und wenn es doch nicht daran lag?
Dann sage ich Ihnen das, bevor etwas gekauft wird. Ich schaue mir das Gerät vorher an — wenn der Umbau nichts bringt, weil das Problem woanders sitzt, verkaufe ich Ihnen keine SSD.
Kontakt
Sagen Sie kurz, was los ist.
Ein Anruf reicht meistens, um einzuschätzen, ob es ein Fünf-Minuten-Ding ist oder ein Projekt. Sagen Sie einfach, was los ist.
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Marius König
Oberste Gärten 15
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